Erlebnis Grünes Band
Das "Grüne Band": Juwel der Natur und Mahnmal der Geschichte
20 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs können Besucher des Naturparks Frankenwald das länderübergreifende Grüne Band entdecken.
Erlebnis Grünes Band
Das Bundesprojekt "Erlebnis Grünes Band" ist bundesweit zweifellos eines der bedeutendsten Projekte zum Schutz und zur naturverträglichen touristischen Entwicklung eines wertvollen Naturraumes. Die Natur und das historische Erbe entlang der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze sollen dabei geschützt, belebt und für Touristen besser erlebbar gemacht werden. Eines von drei Modellgebieten sind die Naturparke Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale und Frankenwald, die das Projekt für den thüringisch-fränkischen Raum gemeinsam umsetzen.
Vom Geburtsort des Grünen Bandes bis "Little Berlin"
Fast bis zur Grenze nach Tschechien reicht der thüringisch-fränkische Abschnitt des Grünen Bandes zwischen Mitwitz und Mödlareuth. Mitwitz gilt vielen als Geburtsort des Gedankens, das Grüne Band als nationales Naturerbe zu schützen. Das einst geteilte Dorf Mödlareuth wiederum, auch "Little Berlin" genannt, zeigt noch heute fast so gut wie sein großer Bruder, welche politischen und persönlichen Auswirkungen die deutsch-deutsche Grenze mit sich brachte.
Von 300 bis auf fast 800 m ü. NN. erstreckt sich die waldreiche Mittelgebirgslandschaft, die geologisch als thüringisch-fränkisches Schiefergebirge schon immer eine grenzüberschreitende Einheit bildet. Tief eingeschnittene Täler, dicht bewaldete Hänge und panoramareiche Hochflächen formen eine Landschaft faszinierender Naturschönheit. Ausläufer reichen bis ins Obermainische Hügelland im Westen und bis ins Vogtland im Osten. Der Rennsteig und die Saale bilden sprachliche, religiöse, klimatische und landsmannschaftliche Trennlinien in einem Gebiet, das weit bis ins 19. Jh. territorial zersplittert war. Historische Grenzsteine zeugen noch heute davon, jüngere Grenztürme und Mauerreste wiederum von der überwundenen deutschen Teilung des 20. Jh..
Vorrang für Naturschutz und Landschaftspflege
Um das "Grüne Band" besser schützen und touristisch entwickeln zu können, werden im Projektgebiet seit Frühjahr 2007 Erfassungen zu diversen Tierarten (Vögel, Fischotter, Reptilien, Amphibien, Libellen, Tagfalter) durchgeführt. In ausgewählten Teilbereichen des "Grünen Bandes" sind nachhaltig wirksame Schutz- und Pflegemaßnahmen notwendig. Typische Landschaftspflegemaßnahmen sind das Entbuschen von Zwergstrauchheiden, die Freistellung von Bachtälern, die Mahd von Wiesen und die Beweidung. Ein Teil der Landschaftspflegemaßnahmen wird von jungen Erwachsenen im Rahmen von internationalen "Work Camps" übernommen. Die Teilnehmer können dabei auch ihre Kenntnisse über die Geschichte des "Grünen Bandes" und seine Bedeutung für den Naturschutz vertiefen.
Erlebnisreiche Touren zu Natur und Geschichte
Insgesamt 15, stets länderübergreifende Erlebnisrouten stehen zur Auswahl, um zu Fuß oder mit dem Rad das Grüne Band zu entdecken und dabei die vielen Attraktionen der Umgebung kennen zu lernen. Geschulte Natur- und Landschaftsführer bieten ab 2009 spezielle Touren zum Grünen Band. Wer lieber individuell unterwegs ist, kann auf fünf Wanderrouten sein Handy oder seinen MP3-Player als mobilen Reiseführer nutzen. An zahlreichen Orten können Tondokumente mit interessanten Informationen zu Sehenswürdigkeiten oder mit Schilderungen von Zeitzeugen zu Geschehnissen an der ehemaligen innerdeutschen Grenze angehört werden. An vier Info-Punkten können Audioguides ausgeliehen werden. Detaillierte Informationen erhalten Interessierte zukünftig über das Internet, über Broschüren, aber auch vor Ort an diversen Informationspunkten mit spezifisch kundigem Personal und eigenen Informationssäulen.
Buchbare Angebote ab Frühjahr 2009
Das länderübergreifende Natur- und Geschichtserlebnis ist buchbar! Je nach Vorliebe kann man Brücken über die Grenze bauen, von Grenz- und Aussichtstürmen Aus- und Einsichten gewinnen, sich an Grüne-Band-Nudeln und Pralinen aus Lauenstein laben, eigene Porzellantassen gestalten oder in Bad Steben (Bayern) und Bad Lobenstein (Thüringen) grenzenlos Wellness genießen. Interessant sind auch die zahlreichen Attraktionen der Region: In Kronach hat Lucas Cranach seine Spuren hinterlassen, Sonneberg ist eine bedeutende Spielzeugstadt, und in Lehesten zeigt sich die beeindruckende Geschichte des Schieferabbaus.
Großes Interesse des Bundes am Schutz und der Entwicklung des Grünen Bandes
Das vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesumweltministeriums geförderte dreijährige Projekt wird gemeinsam mit regionalen Partnern durchgeführt und vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) wissenschaftlich begleitet. Im Rahmen dieses sogenannten "Entwicklungs- und Erprobungsvorhabens" werden drei jeweils länderübergreifende Modellgebiete den Tourismus entlang des ehemaligen "Eisernen Vorhangs", in dessen Schatten sich mit dem "Grünen Band" der längste Biotopverbund Deutschlands bilden konnte, entwickeln. Die zwei weiteren Modellgebiete - neben den thüringisch-fränkischen Naturparken - sind der Harz und die Region Elbe-Altmark-Wendland. Im Jahr 2009 werden vorrangig diese Gebiete im Fokus der Aufmerksamkeit stehen, wenn auch touristisch das Thema "20 Jahre Fall des Eisernen Vorhangs" aufgegriffen wird und in Kombination mit dem "Grünen Band" ein wichtiger Baustein der Werbung für Deutschland als Urlaubsland wird.
Pauschalangebote zum "Erlebnis Grünes Band":
Perspektivenwechsel - der Grenze auf der Spur
Grenzenlos Wandern am Grünen Band:
Homepage zum "Erlebnis Grünes Band":
Weitere Informationen:
BfN (Bundesamt für Naturschutz)
BUND (Bund Naturschutz in Bayern e. V.)
Naturpark Thüringer Schiefergebirge/Obere Saale
Regionalverbund Thüringer Wald